Mythennetz vs. Netzmythos

Die griechischen Mythen sind – wie andere Mythologien auch – faszinierende Belege kollektiver Schöpfungskraft. In den frühen Kulturen ohne Speicherungs- und Korrekturverfahren gelang es den räumlich und zeitlich verteilten Gemeinschaften, Geschichtennetze zu weben, deren Komplexität und Vielschichtigkeit noch heute faszinieren. Sie enthalten die Quintessenz des gemeinschaftlichen Erfahrungsschatzes und verallgemeinerbare philosophische und psychologische Wahrheiten.

Es gibt kaum ein überzeugenderes Plädoyer für die These der kollektiven Intelligenz und gegen den Schwarmgeistpessimismus: Die vielen Köche haben den Brei nicht verdorben und die Zeit hat die Inhalte nicht zu Beliebigkeit zerkocht.

Können wir aus dieser Erfahrung direkt auf die Potentiale der digitalen Gemeinschaft schließen? Es gibt einige gravierende Unterschiede. So brauchten unsere Ahnen ca. ein- bis zweitausend Jahre, um zu ihrer mythologischen Höchstform zu finden. Diese Zeit wollen wir uns im Umgang mit Wikipedia & Co nicht lassen. Andererseits sind unsere Datenleitungen etwas schneller als die Füße der wandernden Sänger …

SireneZeusNyxHeraklesPoseidon
AthenePerseus mit dem Haupt der MedusaAchill und AjaxPrometheusTheseus und Minotaurus

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